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Felix setzte sich im Schneidersitz auf sein Bett und konzentrierte sich dann voll und ganz auf Lexi, der sich im Zimmer umsah. "Herrje, ich bin ewig nicht mehr hier gewesen." Felix nickte und klopfte auf den Platz neben sich. "Setz dich, dann sag was du zu sagen hast und ich kann wieder schlafen..." Lexi hob eine Augenbraue und setzte sich neben seinen besten Freund. Felix war nie ein nachtragender Mensch gewesen, er hatte für vieles Verständnis. Aber Lexi schien sich ernsthaft heute Nacht hier und jetzt entschuldigen zu wollen - ein Junge, dessen Herz von einem Mädchen gebrochen wurde. Und nun sollte er, Felix, dieses zusammenkleben. Vielleicht war es eine Chance..? Er verdrängte diesen absurden Gedanken schnell. "Es tut mir Leid. Ich war dickköpfig und egoistisch. Und blind! Jana ist nicht die, für die ich sie hielt. Sie ist ein Mädchen, Intrigenschlampe und was weiß ich." Er seufzte kurz und sah Felix fest in die Augen. "Ich lege hiermit das feierliche Gelübte ab, mich nie wieder in ein Mädchen zu verlieben. Da ist Selbstmord angenehmer." Felix prustete los und Lexi stimmte mit ein.

Jana lag auf ihrem Bett, neben ihr sägte ihr Cousin im Schlaf einen halben Wald ab. Sie drehte sich auf die Seite und legte sich ihr Kissen auf das andere Ohr. Dennoch konnte sie keine Ruhe finden. Ihr ging zu viel durch den Kopf. Was Lexi wohl von ihr dachte? Sie konnte sich es ausmalen. Wie würdest du denn reagieren, wenn du einen Jungen, den du liebst, mit einer anderen Händchen haltens durch den Park spazieren siehst? Sie kramte in ihrer Handtasche, bis sie das Handy fand. Dann setze sie sich auf und überlegte was sie schreiben sollte. "Hey Lexi. Ich schreibe dir diese SMS weil ich etwas klarstellen will. Der Junge, mit dem du mich vorhin gesehen hast, war nur mein Cousin, der bei uns übernachtet. Er will noch nicht mal was von Mädchen, ich habe einfach etwas ablenkung gebraucht. Ich kann mir denken, dass du mir das nicht glauben wirst. Ich verstehe es auch. Aber ich möchte nicht, dass unsere Freundschaft an einem Missverständnis zerbricht. Denn ich habe dich sehr gern, trotz allem. Ich hoffe, du nimmst mir das alles nicht allzu übel. Jana."

"Guten Morgen Hundsdale! Die Sonne lacht nach langem Regen wieder und die Gartenarbeit ruft. Zum Start in einen Guten Tag kommt jetzt Kayne West, der uns allen einen Guten Morgen wünscht..." July warf einen kurzen Blick in die Morgenzeitung, während sie in ihrem Müsli rumstocherte. Haferflocken, getrocknete Bananenstückchen und Rosinen gesüßt mit Schokoflocken in Milch - sehr nahrhaft. Es wird wärmer wegen dem Klimawandel, in Afrika ist die Aidsrate um 5% gestiegen, die Taliban hat neue Geiseln, ein Junge wurde von seinem Vater erdrosselt... Und July Smithers macht sich darüber Gedanken, was sie heute anziehen kann. "Welch eine Ironie." Sie schob die Schüssel beiseite und stand auf. Dann holte sie ihren Rucksack, ging in den Flur um ihre Schuhe anzuziehen. Es klingelte. Sie seufzte, ging zu Tür und riss sie auf. "J...", wollte sie gernervt rufen. Aber es war Jemand, mit dem sie nicht gerechnet hätte. "Dad!"

Felix blinzelte sich den Schlaf aus den Augen. Dann gähnte er, streckte sich einmal kräftig und stand auf. Verwundert hielt er in der Bewegung inne, als er bemerkte, das Alexander zu seinen Füßen auf dem Boden lag und schlief. Felix grinste. Lexi war tatsächlich bei ihm zu Hause eingeschlafen. Er wankte schlaftrunken ins Bad und stellte sich kurz unter die eiskalte Dusche. Nachdem er sich angezogen und Frühstück gemacht hatte, ging er wieder nach oben um zu schauen, ob Lexi wach war. Er war wach. Und zwar so sehr, dass er hektisch in Felix' Zimmer herumlief, seine Sachen zusammensuchte und aus dem Raum stürmen wollte. Felix schüttelte den Kopf. "Lexi, du bleibst hier und isst bei uns, darauf bestehe ich!" Lexi sah ihn entsetzt an. "Felix, ich kann nicht hier bleiben, wenn meine Eltern merken, dass ich nicht zu Hause bin, geben die noch eine Vermisstenmeldung auf." Felix musste sich beherrschen um nicht lauthals zu lachen. "Lexi, auf die halbe Stunde kommt es nicht mehr an, außerdem rufen sie sicherlich zuerst bei mir an, bevor sie zur Polizei gehen. Genug Zeit also, um etwas zu essen und in Ruhe über unsere kleinen Probleme zu sprechen, nicht wahr?" Widerstrebend lies sich Lexi an den Tisch führen und nahm sich ein Brötchen aus dem Korb. Felix schlug die Zeitung auf. "Also, mal schauen, was sich der nette Präsident der Vereinigten Staaten heute wieder ausgedacht hat, um einen Beitrag gegen den Klimawandel zu leisten."

"July! Hey, bleib doch mal stehen!" Jana schnaufte ganz schön, als sie plötzlich neben July stehen blieb. "Hallo.", sagte July abgehackt und wandte sich wieder zum Gehen. Jana schürzte die Lippen, holte ihre Freundin auf und lief neben ihr her. "Bist du mir böse?" "Nein." "Habe ich was falsch gemacht?" "Nein." "Und warum gehst du mir aus dem Weg?" July schmunzelte leicht, starrte stur geradeaus und würdigte Jana nicht mal eines Blickes. "Ich habe keine Zeit." Wieder eine knappe Antwort. "Nach dem Unterricht kannst du nochmal zu mir kommen." Jana blieb stehen. "Was soll das heißen? Sind wir noch Freunde?" July drehte sich aprupt um. "Sind wir das je gewesen?" Jana blieb verdattert stehen. Dann wurde sie wütend. "Ach so ist das also. Ja, natürlich, dass ich das nicht gleich gemerkt habe, ich dumme Kuh. Mein Gott, wie konnte ich nur so naiv sein und glauben, dass du mit mir befreundet sein willst? Du hast es ja nie wirklich gezeigt. Warum auch? Was willst du von mir? Mir in meinen Schädel einhämmern, wie ich mein Leben zu führen und mit Jungs umzugehen habe? Was bildest du dir eigentlich ein? Misch dich nicht in mein Leben ein, okay? Fang lieber erst mal an, dein eigenes in den Griff zu bekommen, dann kannst du mir Moralpredigten in dem Auto halten, das du von deinem Vater in den Arsch geschoben bekommst!" Jana drehte sich um und wollte davonstapfen, doch July hielt sie am Arm fest und funkelte sie böse an. "Glaube ja nicht, meine Eltern würden mir alles schenken. Dein Leben ist warscheinlich weitaus besser gelaufen als meins, ich posaune es aber wenigstens nicht in der halben Weltgeschichte rum und erwarte, dass mich jemand bemitleidet. Also, bevor du hier große Töne spuckst streng dein Gehirn ein bisschen an, kleines!" Dann war sie in das nächste Klassenzimmer verschwunden und Jana blieb alleine auf dem verlassenen Gang stehen, unfähig noch etwas zu erwidern.

Lexi konnte dem Unterricht an diesem Morgen nur sehr schwer folgen. Es war für ihn seltsam mit Jana in einer Englischstunde zu sitzen. Felix ließ sich von alledem nichts anmerken, er schrieb fleißig Mathematikhausaufgaben von July ab, die, wie immer, die Musterschülerin in dieser Stunde war. Lexi stützte seinen Kopf auf die Ellenbogen und musste sich zusammenreißen, nicht einzuschlafen. Er wartete nur sehnlichst auf die Schulglocke. "Alexander? Würden Sie bitte nach vorne kommen und uns ihren Vortrag über Jane Austen vorstellen, den sie bis zum heutigen Tag vorbreitet haben?" Lexi schrak auf, sein Körper war paralysiert. Vortrag? Jane Austen? Er blickte aus Reflex zu Jana herüber, erwartete einen guten Ratschlag von ihr. Doch die saß nur auf ihrem Stuhl und machte ein erschrockenes Gesicht, während sie suchend in ihrem Block kramte und schließlich ein zerknittertes Blatt Papier zu Tage beförderte. Alex seufzte. "Ich habe es vergessen" sagte er geknickt. Die Lehrerin nickte, holte ein kleines Buch heraus und trug seinen Namen ein. "Alexander, das war ihre dritte nicht gemachte Hausaufgabe in diesem Schuljahr. Sie wissen, dass das eine Extraaufgabe gibt?" Lexi nickte. "Sie machen bitte bis zur nächten Stunde eine Zusammenfassung über das Buch, das wir im Unterricht behandelt haben! Also gut. Wer hat die Hausaufgaben noch nicht erledigt?" Zahlreiche Schüler hoben ihre Hand. "Und wer möchte freiwillig nach vorne kommen? July, danke, das ist nett von dir. Und nun hören wir mal bitte alle zu!" Ruhe kehrte ein, als July mit leiser Stimme anfing zu sprechen.

1.9.07 20:01


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