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Seufzend fuhr Alexander seinen Pc hoch. Seine Hausaufgaben hatte er wieder zur Seite geschoben, weil sein Kopf einfach zu voll war, derartiges passierte ihm selten. Einmal, als seine Tante Ruth ins Krankenhaus kam wegen Darmkrebs im Alter von 55 Jahren, da hatte er sich auch nicht konzentrieren können, weil er vor Angst fast gestorben wäre. Und das andere mal, als sein Vater nach Florida zog und ihn mit seiner Mutter und seiner kleinen Schwester Amy alleine ließ. Er hasste ihn dafür, doch seine Mutter wollte das nicht. "Er kann doch nichts dafür, dass er versetzt wurde. Er wird zurück kommen." Nach zehn Jahren war er nicht zurückgekehrt. Lexi öffnete iTunes und ließ 30 Seconds to Mars laufen, während er seinen Messenger öffnete. Drei neue Nachrichten lagen in seinem Postfach, er öffnete sie. Zwei von den Dreien waren von Amy, die in Australien einen Austausch machte. Mit 15 Jahren schon, doch ihr ging es gut und hatte Freunde gefunden. Einen Steven fand sie ganz süß - sie war vielleicht verliebt. Beim überfliegen der Mail lächelte Lexi leicht, er freute sich für seine Schwester. Dann war die dritte Mail an der Reihe. Den Absender kannte er nicht. Wer sollte bitte cutecore@hotmail.com sein? Leicht irritiert öfnete er die Mail:

Hey Lexi, hier ist Jana. Ich wollte nun Fragen wie's mit'm skaten aussieht? Es wäre mir wichtig =) Viele Grüße und bis Morgen. Please Mail Back!!!!

Lexi schloß das Fenster und lehnte sich zurück. Wieso war ihr die Sache so wichtig? Wieso gerade er? Das war ihm unbegreiflich. Da sonst niemand on war, ging er offline und ließ nur die Musik laufen während er sich wieder an die Hausaufgaben setzte. Und seltsam, jetzt konnte er alles.

Jana saß in ihrem Sessel, den Laptop auf dem Tisch nebenan, hatte die Beine angezogen und weinte warscheinlich schon zum fünften mal an diesem Tag. Wie erwartet hatte sie von ihren Eltern eine Standpauke und Hausarrest wegen der schlechten Note bekommen, doch das war es nicht, was Jana belastete. Sie war den Streit mit ihren Erzeugern gewohnt, da sie weiß Gott keine gute Schülerin war. Nein, die Sache mit Lexi bereitete ihr Kopfzerbrechen. Warum schrieb er ihr nicht zurück? Warum hatte er ihr keine Antwort gegeben? Mochte er sie etwa nicht? Und dann war da noch Felix, der sie gleich am ersten Tag fasziniert hatte. Sie öffnete noch einmal ihren Messenger und schickte eine zweite Mail ab:
Lexi, ich bins nochmal, Jana. wenn du nicht willst, musst du mir nichts beibringen, aber es ist wirklich verdammt wichtig für mich zu erfahren, ob du ja oder nein sagst. Also bitte schreibe zurück.

Sie schickte die Mail ab und atmete tief durch. Plötzlich dröhnte aus dem Bügelzimmer nebenan Beethoven´s neunte Symphonie aus den Lautsprechern des CD-Spielers. Wie immer, wenn ihre Mutter Gymnastikübungen vollzog. Doch heute war sie mal wieder so laut, dass das Geplärre sogar ihr Lieblingslied von Linkin park übertönte. Entnervt wollte sie die Tür aufreißen, was ihr aber erst gelang, als sie bemerkte, dass diese immer noch verschlossen war und sie den Schlüssel umdrehte. Auf dem Gang schrie sie dann über die Musik hinweg: "Verdammt nochmal, stell diese Musik wenigstens ein bisschen leiser!" Statt einer Reaktion von ihrer Muter kam der Herr des Hauses aus dem Arbeitszimmer und brüllte nun seinerseits, sie solle sich gefälligst leiser verhalten. Wütend knallte Jana die Tür zu, drehte Linkin Park auf Volume 20 hoch und fing wieder an zu weinen.

"Und warum schickst du ihr keine Antwort? Was hindert dich daran? Mann, das ist doch eine ganz simple Situation!", predigte Felix. Lexi hatte ihn angerufen und ihm die ganze Sache nochmal erzählt - auch die Mails hatte er nicht ausgelassen. "Ja, schon. Doch diese Besessenheit verwundert mich wirklich. Es ist doch nicht normal! Sie kennt mich nicht mal.", erwiederte Alexander, während er auf seinen Nägeln kaute. Eine dumme Angewohnheit, doch es waren nunmal Folgen einer dummen Vergangenheit. "Das du immer alles hinterfragen musst. Gib dich dochmal damit zufrieden, was dir gegeben wird." Felix stockte. Lexi schmunzelte. "Mhm. Aber es ist nunmal meine Art..." Felix seufzte in den Hörer. "Dann kann ich nichts gegen deinen Dickkopf tun! Guten Abend noch!" Aufgelegt. Lexi warf das Telefon aufs Bett und grummelte. Felix war keine Hilfe, er konnte wieder mal alles selbst machen! Und ihm fiel wieder ein, warum er lieber allein war - ohne Freunde.

Felix hatte sich auf sein Bett gelegt. In seiner Hand hielt er ein eingerahmtes Bild, darauf waren er und Alexander abgebildet. Letzten Sommer am Strand, da waren sie allein nach L.A. gefahren und hatten eine supertolle Woche. Und da hatten diese komischen Gefühle angefangen. "Lexi..." flüsterte er zärtlich und presste das Bild an seine Brust. "Hier drin bist du - für immer und ewig." Er fragte sich, ob es wohl jemand ahnte. Er hoffte, dass dem nicht so war. Selbst seiner Schwester hatte er es nicht erzählt. Heute würde er es machen. Doch sie war tot. Tränen stiegen ihm in die Augen. Er vermisste sie. Ihre fröhliche Art, die ihn immer wieder zum Lachen gebracht hatte. Sie war der Sonnenschein der Familie gewesen. Und der Liebling der Eltern. Als sie gestorben war, bekam die Mutter Depressionen, die sie in den Selbstmord stürzten und der Vater wurde Alkoholiker, was dahin führte, dass er Felix immer öfter verprügelte. Die blauen Flecken und Narben von offenen Wunden verdeckte er mit Abdeckcreme oder langen Pullis und Hosen. Er hatte es niemandem erzählt. Noch nicht mal Lexi. Der Schmerz saß einfach zu tief. Er gab sich die Schuld an dem Tod seiner Schwester, da er ja unbedingt auf die Straße laufen musste. Er hatte das herannahende Auto nicht bemerkt und seine Schwester rannte auf die Straße, um ihren kleinen Bruder vor dem sicheren Tod zu bewahren. Doch dafür gab sie ihr eigenes Leben. Sie stieß Felix auf den gegenüberliegenden Gehweg, doch sie selbst stolperte und fiel. Der Fahrer konnte nicht bremsen und überrollte Jenny. Sie starb Tage später an ihren schweren Inneren Verletzungen im Krankenhaus. Felix kam mit ein paar Kratzwunden davon, doch die Schuldgefühle blieben. Dass er mit seinen 15 Jahren nicht auf sich selbst aufpassen konnte. Warum war das alles passiert? Diese Frage stellte er sich seit einem dreiviertel Jahr.

Die ersten Stunden am darauffolgende Morgen waren Mathematik. Das absolute Lieblingsfach von Alexander, ungelogen. Er würde dieses Jahr eine eins kassieren, im Gegensatz zu Felix, dessen Noten immer wieder schwankten. Doch sollte er sich doch mehr darum kümmern, dieser kleine Tagträumer. Lexi konnte wirklich fies sein, aber er war von Felix' Aktion gestern wirklich nicht angetan. Als er den Klassenraum betrat fiel sein Blick sofort auf Jana. Sie saß einfach da und kritzelte auf ihrem Block herum. Ohne zu Überlegen ging Lexi auf sie zu und setzte sich neben sie. "Guten Morgen..", sagte er leise. Jana sah ihn nicht an, sie konnte es nichtmal. Bestimmt würde er sie nun nieder machen, weil sie ihn so belästigt hatte, er hasste sie abgrundtief.
"Es tut mir Leid, dass ich gestern nicht zurück geschrieben habe. Ich würde dir gerne Skaten beibringen..." Er verstummte, denn sie sah ihn an. Und wie sie ihn ansah - mit ihren großen blauen Augen. So wunderschön. "Ich... Wollte nur wissen, warum. Es kommt nicht so oft vor, das ein fremdes Mädchen mich um sowas bittet." Sein Mund war schneller als sein Kopf, sowas hasste er. Jana lächelte leicht. Ihr fiel ein ganzer Mount Everest vom Herzen. "Und ich habe schon gedacht, dass du mich nicht leiden kannst, weil ich dich so blöd gefragt habe." Lexi lachte. "Ach was, aber jetzt sag mal, warum willst du es denn lernen?" Jana´s Mundwinkel zuckten und sie schaute verlegen auf den Boden. Ihre Stimme war leise und zitterte als sie weitersprach. "Das kann ich dir nicht sagen. Tut mir Leid, aber wenn du es mir wirklich beibringen willst, dann musst du das tun, ohne zu wissen, warum." Lexi starrte sie zum Teil etwas fassungslos an. Was war das denn für eine Geheimnistuerei? Doch dann zuckte er mit den Schultern. "In Ordnung", sagte er und setze sich an seinen Platz neben July.

Diese lächelte, sobald er sich auf den Stuhl gesetzt hatte. Und wieder sah sie ihn an, selbst als Ms Norisson, die strengste Mathematikprofessorin der High School herein kam huschten ihre kornblumen Augen immer wieder zu ihm herüber. Doch heute waren ihm ihre Blicke nicht unangenehm. Er sah sogar ein, zweimal zurück und zuckte leicht mit den Mundwinkeln. Da strahlte sie jedes Mal - wie einfach sie doch zu begeistern war. Sie hatten seit gestern kein Wort mehr gesagt, aber hieß es nicht, dass Blicke mehr bedeuteten als 1000 Worte? Was aber bedeuteten July's Blicke? Lexi schürzte die Lippen und versuchte Ms Norisson's Unterricht zu folgen. Doch es gelang ihm nicht wirklich, zu abgelenkt war er von ihren Blicken. Dann spürte er etwas auf seinem Oberschenkel, er schaute nach unten und sah, dass July ihm einen zettel auf den Schoß gelegt hatte. Seine Hand tastete nach dem Stück Papier und öffnete diesen. Eine Handynummer war darauf geschrieben, doch ehe er reagieren konnte läutete es bereits. Und July war schnell aus dem Raum verschwunden, er konnte nicht mehr reagieren.

Jana redete gerade mit Felix, als dieser den Finger hob und hinter ihren Rücken zeigte, doch es war schon zu spät. Die Wasserflasche von Kathleen kippte genau über Jana´s Schulranzen um und ergoss ihren Inhalt über ihre gesamten Hefte. Mit einem gelangweilten Blick holte sie die Hefte heraus und stopfte sie in ihre Tragetasche, die sie sich von July ausgeliehen hatte. Ihren Schulranzen trug sie in der anderen Hand. Kathleen machte ein leicht säuerliches Gesicht, als sie merkte, dass ihre Fiesheiten keine Konsequenzen nach sich trugen. Es war Pause. Also setzten sich Jana und Felix zu Lexi, der mal wieder alleine an seinem Tisch saß, und begannen über die Schule zu reden.

"Ich hasse Mathematik! Ich konnte sowas wirklich noch nie...", erzählte Jana, Felix rührte in seinem Billig-Kaffee herum, während Lexi, das Kinn auf die Hand geschützt Jana zuhörte und beobachtete. Wenn sie so erzählte war sie immer so eifrig, dass ihre Wangen einen leichten rosa Schleier bedeckten. So süß. Er lächelte leicht und wirkte wie abgetaucht - in seine Traumwelt. Felix schlürfte an dem Heißgetränk, bedauerte, dass Jana mitgekommen war. Sie war zwar nett, musste aber wirklich nicht die ganze Zeit bei ihm und Lexi sein. Wirklich nicht. Dann sah er auf, als das andere Mädchen auf ihren Tisch zusteuerte. Diese hellblonden Haare erkannte Felix sofort - es war July. Sie trug heute enganliegnede Röhrenjeas, ein blau-weiß gestreiftes Shirt mit dem Aufdruck Loveless und an ihrem Handgelenk klimperten zwei Armreifen. Während sich Felix noch fragte, wie viel Kajal sie für ihre Augen brauchte, stand sie schon vor ihrem Tisch und lächelte. "Hey.", begrüßte sie freundlich. Jana lächelte zurück, als sie July sah. "Setzt dich doch zu uns..." Felix musste sich zurückhalten, um nicht zu stöhnen. Noch so eine, die sich wie eine Klette an die zwei heften würde. Jana und July unterhielten sich eifrig, Lexi schaute interessiert zu. Ein Geheimnisvolles Lächeln lag auf seinen Lippen. Felix wurde traurig. Es war nicht zu übersehen, dass er zeimlich viel für die beiden Mädchen übrig hatte. Warscheinlich war er sogar in eine von ihnen verliebt. Wie sollte er da Chancen haben? Er seufzte lautstark. Lexi schaute zu ihm auf. "Alles ok bei dir, du siehst so traurig aus?" Sein forschender Blick durchbohrte Felix. Dieser rutschte unbehaglich auf seinem Stuhl herum. "Nichts, ich bin nur ein bisschen müde und habe über Mathe nachgedacht. Ich gehe dann mal weiter, ich muss noch Physik machen." Mit diesen Worten verschwand er eilig. Lexi dachte nicht weiter darüber nach, da er seine Konzentration schon wieder Jana und July zugewand hatte.

July aber schaute Felix hinterher. Jana runzelte leicht die Stirn, als sie bemerkte, dass July ihr nicht mehr folgte. "Was ist los?" July wandte sich um. "Nichts. Ich habe nur eben... Hach egal." Jana nickte nur, erzählte dann weiter. Und je mehr sie sprach, desto mehr versank Alexander in seiner Fantasie. Dort sah er sich mit Jana, spazierend und lachend am Strand. Er würde ihre Hand nehmen und sie würden stehen bleiben, hinaus auf den Ozean schauen. Sie würde ihn dann ansehe, er dann auch sie. Lange Blicke, ehe er sich vorbeugte und... "Lexi?! Komm endlich, du verpasst Chemie!", rief Jana. "Äh..ja, sofort.", murmelte er und krammte seine Sachen zusammen. Schöne Träumerei. Dann lief die kleine Gruppe hinaus auf den Gang, Lexi hatte sich nun ganz Jana zugewandt. July lief zwei Schritte hinten dran. Ihr Blick wechselte von dem einen Hinterkopf zum anderen, ehe sie sich abseilte und in die Mädchentoilette schlenderte. Sie legte ihren Ordner neben das Waschbecken und wusch sich selbst die Hände. Dann sah sich in den Spiegel, sah ihr Spiegelbild an. Obwohl sie diese Gruppe kaum kannte, wusste sie doch mehr als die drei selbst. Sie waren alle drei blind. "Th.", steiß sie hervor. "Was kümmert es mich. Ich bin nicht deswegen hier..." Sie flüsterte nur, dann nahm sie den Ordner wieder an sich und stieß die Tür auf.

Als sich Jana in Chemie einen Platz suchte, steuerte sie geradewegs auf Felix zu. Lexi hinter ihr machte ebenfalls anstalten, in diese Richtung zu gehen. Doch den beiden wurde ein Strich durch die Rechnung gemacht. Ein Mädchen knallte ihre Tasche auf den Stuhl neben Felix und setzte sich. Dann begann sie, ohne Punkt und Komma auf ihn einzureden. Mit leicht säuerlichem Gesicht tat Jana so, als hätte sie schon die ganze Zeit vor gehabt, sich in die Reihe vornedran zu setzen und packte ihre Sachen aus. Lexi folgte ihrem Beispiel, doch auch seine Mimik verriet Verärgerung. Was musste sich dieses Mädchen ausgerechnet jetzt neben Felix setzen. Aber so konnte er sich wenigstens mit Jana unterhalten. "Wann willst du eigentlich mit deinen Skate-Stunden anfangen?" Jana wendete den Kopf von Felix gelangweilter Miene ab und schaute Lexi an. "Ähm, wenn du Zeit hast. Von mir aus jetzt gleich." Sie lächelte matt, doch in ihren Augen war keine Freude zu sehen. Im Gegenteil. Sie sah traurig, erschöpft und enttäuscht zu sein. Lexi konnte es fast nicht ertragen. "In Ordnung, ich habe Zeit. Sagen wir jeden Nachmittag um halb vier?" Jana nickte nur noch schnell und lehnte sich zur Seite, da ihnen im selben Moment ein Kreideschwamm entgegenflog, den der wütende Lehrer geworfen hatte. "Wenn ihr zwei Schnattertaschen dort hinten jetzt nicht gleich ruhig seid, dann dürft ihr heute Mittag den Schulhof kehren!" Grinsend schwiegen die zwei. Jana freute sich darauf, dass die Schule bald aus war und Lexi darüber, dass er Jana nun noch öfter sehen würde.

Dann endlich nach drei weiteren Stunden ertönte endlich das ersehnte Klingeln. Schulschluß. Jana streckte sich, schnappte sich ihre Sachen und beeilte sich aus dieser Lernanstalt rauszukommen. Als sie an der frischen Luft stand, sah sie July, die ihr zuwinkte. Sie ging auf sie zu, lächelte. Sie mochte July, denn sie beide waren sich gar nicht so unähnlich. "Kann ich dich vielleicht mitnehmen?", fragte July und fuchtelte mit einem Schlüssel vor Janas Nase herum. "Ähm...Du hast deinen Führerschein?", stammelte sie. "Und ein Auto.", fügte July hinzu und sie grinste frech. "Wow! Ich hab für sowas keine Kohle mehr..." July zuckte mit den Schultern. "Mein Stiefvater hat ihn mir gekauft. Dort steht er, mein ganzer Stolz! Dadrüben! Komm, ich zeig ihn dir." Die zwei gingen zu einem kleinen, grasgrünen Wagen, die ziemlich neu aussah. Jana nahm neben July auf den Beifahrersitz Platz und schaute sich bewundernd um. Dann startete das Mädchen den Motor und tuckerte gemächlich von dem Parkplatz.

Lexi und Felix sahen dem entschwindenden Wagen hinterher. Lexi fluchte. "Jetzt wollte ich einmal mit dir laufen, damit ich sie noch sehen kann und dann wird sie von July gefahren!" Felix grinste in sich hinein. "Du siehst sie doch um halb vier wieder, bis dahin kannst du doch noch warten." Lex machte einen gequälten Gesichtsausdruck. "Es ist unglaublich, ich habe mich Hals über Kopf in sie verliebt!" Felix murmelte etwas in sich hinein, verabschiedete sich hastig und lief dann ohne ein weiteres Wort weg. Lexi sah ihm kopfschüttelnd hinterher, machte sich aber keine weiteren Gedanken, er freute sich nur noch auf den Nachmittag.

"Wow! Ein echter Land Rover!", quietschte Jana vergnügt neben July. Das Auto hatte weiche Sitze, ein Sorroundsystem und Klimaanlage - was wollte man mehr? "Ich liebe den Wagen.", sagte July, die über Jana's Freude auch grinsen musste. "Auch wenn ich meinen Stiefvater nicht wirklich leiden kann. Zu etwas ist er doch gut..." Jana nickte bloß, sah zu July rüber. "July? Findest du Lexi nicht auch seltsam? Manchmal wirkt er total abwesend und ist immer so alleine. Ich weiß nicht, das ist gruselig." Sie sah weiterhin zu dem blonden Mädchen. Julys Miene aber verhärtete sich plötzlich, ihre Hand legte sich um den Kupplungsschalter und sie fuhr einen Gang höher. Als July nicht antwortete murmelte Jana:"Ähm. Ich will wirklich nicht über ihn lästern oder so. Ich mag ihn doch, aber er erzählt nie was und so. Wahrscheinlich ist er sehr einsam." Ihr Blick glitt nach vorne über die Straße. Sie fuhren an Reihenhäusern vorbei, alle sahen sie so gleich aus. Doch Jana runzelte nur die Stirn, als sie es allmählich wahr nahm. "July? Hier wohne ich nicht. Ich sagte Sunrise Street..." Doch Julys Blick war starr nach vorne gerichtet. Sie sagte nichts.

Lexi kickte gegen einen Stein, gähnte herzhaft und schaute warscheinlich schon zum fünften mal in den letzen zehn minuten auf seine Uhr. Wo bleibt Jana nur? Sie wollte schon vor einer halben Stunde da sein. Langsam machte sich Lexi Sorgen. Er konnte sich nicht vorstellen, dass Jana so unzuverlässig war und ihn dann noch bei einer Sache warten lies, auf die sie sich so sehr gefreut hatte. Es musste etwas passiert sein. Lexi konnte nicht sagen, warum, aber er wurde das gefühl nicht los, dass Jana Hilfe brauchte. Dann rief er Felix an und erklärte ihm die Lage. "Ja, es ist schon komisch, aber jetzt mal nicht gleich den Teufel an die Wand. Vielleicht hat sie eine Bahn verpasst oder ihr Reifen ist platt, was weiß denn ich." Felix klang, als wollte er Lexi los werden. Dieser seufzte lautstark und nickte dann stumm in den Hörer. "Ich rufe dich an, wenn sie in einer halben Stunde nicht da ist, ok?" "In Ordnung und jetzt mach nicht so eine Panik!" Ohne ein weiteres Wort legte er auf. Manchmal ist er echt ein komischer Junge. dachte sich Lexi und schaute auf die Uhr. Es war das sechste mal.

21.6.07 18:36


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